UIA Rhein-Main
2002
Ressource Stadtbild
Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden – mit einem Exkurs zur Documenta
11 in Kassel
Die wachsende Konkurrenz der Städte um Investitionen und Arbeitsplätze
hat die Sensibilität der Politik für die mit einem Mangel an Individualität
verbundenen Wettbewerbsnachteile geschärft. In der Konsequenz sind
seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ganze Programme
mit dem Ziel formuliert worden, die Identität der Städte zu stärken.
Als Vorbilder dienten zunächst historische Beispiele.
In der aktuellen Diskussion spielt die Auseinandersetzung mit den
Bedingungen des Marktes eine wachsende Rolle, aber auch Fragen der
Lebensqualität und der Verantwortung gegenüber der Umwelt. Weitere
Impulse kommen aus der Entwicklung der neuen Kommunikations- und
Informationstechnologien.
Politik und
Wirtschaft erwarten in dieser Situation von der Stadtplanung und
der Architektur Hilfe, die Attraktivität der Städte zu erhöhen.
Mit der Realisierung technisch und gestalterisch anspruchsvoller,
ja spektakulärer Bauten reagieren die Architekten auf die Anforderungen
der Mediengesellschaft.
In der Regel reicht die Realisierung einzelner Gebäude jedoch nicht
aus, um den Charakter einer Stadt nachhaltig zu prägen. Will man
ihr Ansehen in der Öffentlichkeit korrigieren, geht es um das Stadtbild
als Ganzes. Erfolge lassen sich hier allein mittels langfristiger
Programme mit einer wirtschaftlich soliden Basis, einer gesellschaftlichen
Perspektive und einer klaren kulturellen Dimension erzielen.
Stadtbild,
city marketing und city tuning
Was unter den marktwirtschaftlichen Bedingungen von heute nüchtern
als city marketing und city tuning bezeichnet wird, ist in der Geschichte
auch im Rhein-Main-Gebiet um Frankfurt oft praktiziert worden.
So gehört die um 1900 binnen weniger Jahrzehnte neu strukturierte
und mit zahlreichen Neubauten ausgestattete Stadtmitte von Wiesbaden
zu den am besten erhaltenen Dokumenten des Städtebaus und der Architektur
des Historismus in Deutschland.
Mit dem Park Mathildenhöhe, den Ausstellungsbauten, dem Hochzeitsturm
und den Wohnhäusern der Künstler und Architekten um Josef Maria
Olbrich und Peter Behrens besitzt Darmstadt beeindruckende Meisterwerke
des Jugendstils.
Frankfurt am Main ist durch die Arbeitersiedlungen von Ernst May
unauflöslich mit der heroischen Periode der Moderne verbunden. Ihr
heutiges, zweifellos prägnantes Stadtbild hat die weltweit kleinste
aller global cities allerdings erst in den letzten Jahrzehnten erhalten.
Dazu trägt der neu gestaltete Römerberg und das Museumsufer genauso
bei wie die Skyline mit dem Commerzbank-Hochhaus, dem Main-Tower,
dem Messeturm und dem Torhaus.
Vor diesem Hintergrund
beschäftigt sich die Frankfurter Vorkonferenz am Beispiel des Rhein-Main-Gebietes
mit aktuellen Fragen der Stadtgestaltung und der Architektur. Dies
geschieht durch Vorträge, Exkursionen und den kollegialen Erfahrungsaustausch.
Abgerundet wird die Vorkonferenz durch einen Besuch der Documenta
11 in Kassel.
Die Anmeldung erfolgt über www.uia-berlin2002.de.
Konferenzsprache: Englisch
Teilnehmerzahl: 100 Architekten und Architekturstudenten
Eine Veranstaltung des Bundes Deutscher Architekten BDA im Lande
Hessen
in Kooperation mit:
Architektenkammer Hessen (AKH)
Bund Deutscher Baumeister Landesverband Hessen (BDB)
Deutsches Architektur Museum (DAM)
Stadt Frankfurt am Main
Städelschule Frankfurt am Main
Verband Freier Architekten Landesverband Hessen (VFA)
Leitung der Veranstaltung: Dr. Manuel Cuadra
Assistenz: Martina Kempf
Programm
Freitag, den 19. Juli 2002 – 18 bis 23 Uhr
Frankfurter Abend
Feierliche Eröffnung der UIA Vorkonferenz Rhein-Main 2002
Ort: Deutsches Architektur Museum
Samstag, den 20. Juli 2002 – 9 bis 13 Uhr
Ressource Stadtbild – Die Konferenz
Ort: Deutsches Architektur Museum
Samstag, den 20. Juli 2002 – 14 bis 18 Uhr
Ressource Stadtbild – Die Exkursionen
1. Stadtbild des Historismus: Kaiserliches Wiesbaden
2. Stadtbild des Jugendstils: Darmstadt und J.M. Olbrich
3. Stadtbild der Moderne: Frankfurt und Ernst May
4. Stadtbild der Postmoderne: Museumsufer Frankfurt
5. Stadtbild der Gegenwart: Skyline Frankfurt
Samstag, den 20. Juli 2002 – 19 bis 24 Uhr
Hessischer Abend
Fachlicher Austausch im festlichen Rahmen
Eine gemeinsame Veranstaltung von:
Bund Deutscher Architekten Hessen (BDA)
Bund Deutscher Baumeister Hessen (BDB)
Städelschule Frankfurt am Main
Verband Freier Architekten Hessen (VFA)
Ort: Städelschule Frankfurt am Main
Sonntag, den 21. Juli 2002 – 10 bis 17 Uhr
Architektur heute: Rhein-Main
Bau- und Bürobesichtigungen in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden
Sonntag, den 21. Juli 2002 – 10 bis 17 Uhr
Kunst heute: Documenta 11 Kassel
Führung durch die bedeutendste Präsentation von Gegenwartskunst
der Welt
Sonntag, den 21. Juli 2002 – Ab 18 Uhr
Sternfahrt nach Berlin
Bund Deutscher Architekten BDA im Lande Hessen e.V.
Braubachstrasse 10/12
D-60311 Frankfurt am Main
eMail: uia@bda-hessen.de
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