Bund Deutscher Architekten



BDA im Lande Hessen e.V.
 

 

 
 

UIA Rhein-Main 2002

Architektur in Hessen: Frankfurt am Main

Woran denken Architekten bei 'Frankfurt'? An das 'Neue Frankfurt' des Ernst May der 1920er Jahre? An das Museumsufer, entstanden in der Euphorie der 'Goldenen Achtziger'? Oder an die imposante, in Deutschland und Europa einzigartige Skyline, die wächst und wächst? Frankfurt am Main, der Welt kleinste global city, ist all das in einem. Überzeugen Sie sich selbst.

Inhalt

Historischer Überblick
Der historische Kern
Das Neue Frankfurt und die Moderne: 1920-1930
Goldene 1980er Jahre und Postmoderne: Das Museumsufer
Frankfurt heute

Ernst May und das Neue Frankfurt 1925-1930
Siedlung Römerstadt
Siedlung Bruchfeldstrasse ('Zickzackhausen')
Hellerhofsiedlung
IG-Farben Hochhaus
Großmarkthalle
Technisches Verwaltungsgebäude der Hoechst AG
Hauptbahnhof

Museen
Kunsthalle Schirn
Museum für moderne Kunst
Museum für angewandte Kunst / Kunsthandwerk
Deutsches Architektur Museum
Deutsches Postmuseum
Museum für Vor- und Frühgeschichte - Karmeliterkloster

Bauen in Frankfurt seit 1990: Die Skyline
Commerzbank
Main-Tower
Messeturm
Japan-Center
Hochhaus der DG-Bank

Historischer Überblick

Der historische Kern

Der Römerberg ist mit der Rathaussilhouette bis heute das Herz der Stadt. Kein anderes historisches Gebäude dieser Stadt ist so unverkennbar frankfurterisch wie ihr 'Römer'.

Für die Stadtmitte kann eine etwa 3000-jährige menschliche Siedlungstätigkeit nachgewiesen werden. Der Name Römerberg hat sich erst Anfang des 15. Jahrhunderts eingebürgert, nach dem Umbau des Hauses 'Zum Römer' für die Zwecke eines Rathauses. Das wichtigste Gebäude am Römerberg war und ist der Römer selbst, in dem die Stadtregierung und ein Teil der städtischen Ämter ihren Sitz hatten und haben.

Der Römerberg diente als Markt- und Messeplatz, als Rathaus- und Richtplatz; er war Schauplatz für Turniere, Schützenfeste, Theaterfestspiele und für Volksfeste aller Art. Zudem fanden an diesem Ort die Kaiserwahlen und -krönungen statt. Die Altstadt mit dem durch den Zug der Kaiser und Könige vom Dom zum Römer historisch gewordenen Alten Markt wurde durch einen nächtlichen Bombenangriff im März 1944 vollständig zerstört. Eines der wenigen original erhaltenen Fachwerkgebäude ist das Haus Wertheim. Vom Römer stand nach dem Angriff nur noch die gotische Fassade mit ihren charakteristischen Treppengiebeln.

Bereits 1945/1946 begannen die ersten Aufräumungs- und Sicherungsarbeiten am Römer. 1975 erst leistete sich die Stadt eine grundlegende Restaurierung der Römerfassade in den Zustand von 1897. Die malerische Fachwerkhäuserzeile gegenüber, die sogenannte Ostzeile, wurde zwischen 1981 und 1986 nach Originalplänen komplett wieder aufgebaut. Mitten auf dem Römerberg hält Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen Wacht. Die Architektur der Häuserzeile Saalgasse bildet einen zeitgenössischen Kontrast zum historischen Römerberg.

Das Neue Frankfurt und die Moderne: 1920-1930

Infolge des 1. Weltkrieges fanden politische und soziale Umwälzungen statt. Die Architektur sieht sich mit zwei Problemen konfrontiert: Einerseits muss die Wohnungsnot bei knappen öffentlichen Kassen gelindert werden. Andererseits soll eine angepasste stilistische Form als Ausdruck einer veränderten Zeit realisiert werden. Es fehlen sowohl die Gelder für Repräsentationsbauten, die das historisierende Bauen der wilhelminischen Ära rechtfertigen würden, als auch die sozialen Grundlagen zu deren Verständnis. Als stilistische Alternative finden sich in Frankfurt zu Beginn der zwanziger Jahre das 'Neue Bauen' und das expressionistische Bauen. Zu den bedeutendsten Arbeiten expressionistischer Architektur in Deutschland zählen die Arbeiten der Architekten Peter Behrens, der das Verwaltungsgebäude der Firma Höchst entworfen hat, und Hans Poelzig, der das Verwaltungsgebäude der IG Farben entwarf. Die Großmarkthalle (Martin Elsaesser) stellt einen weiteren wichtigen Bau des Expressionismus in Frankfurt dar.

Die Arbeiten des 'Neuen Bauens' dokumentieren in Frankfurt in großer Zahl und Menge das städtebauliche und soziale Engagement der Architektenavantgarde jener Zeit. Der Begriff 'Das Neue Frankfurt' fand durch den Stadtbaurat Ernst May und die durch ihn entstandenen großzügigen Siedlungen weltweit Beachtung. Ernst May holt führende Architekten wie Walter Gropius, Max Taut, Mart Stam, Leberecht Migge und Ferdinand Kramer in die Stadt um verschiedenste Bauaufgaben – nicht nur des Siedlungsbaus – zu lösen.

Seine Erweiterungen der Stadt sind als selbständige Einheiten angelegt, die sich um das bestehende Stadtgebiet lagern. Siedlungen wie 'Römerstadt', 'Bruchfeldstrasse' ( 'Zickzackhausen' ) und 'Bornheimer Hang' entstanden. Markant sind seine freistehenden Hauszeilen, die Licht, Luft, Natur und Landschaft beziehen können und die eine einfache, ästhetisch befriedigende Gestaltung aufweisen. In May-Siedlungen und Hausgruppen entstanden innerhalb von etwa 5 Jahren mehr als 10.000 Wohnungen.

Mit dem Weggang Mays und der ideologischen Verteufelung des 'Neuen Bauens' kommt die moderne Siedlungstätigkeit in Frankfurt fast völlig zum erliegen. Erst der Wiederaufbau der 50er Jahre knüpft an sie an, der jedoch nicht die vergleichbare Qualität erreicht.

Goldene 1980er Jahre und Postmoderne: das Museumsufer

In Frankfurt wird seit dem Beginn der achtziger Jahre ein Wandel hin zum Historischen, Urbanen und Prächtigen sichtbar. Positive Entwicklung: Der 'Erlebnisraum Stadt' und die 'Kunst' werden gepflegt und gefördert durch luxuriöse Museumsbauten, repräsentative Bürotürme und die rekonstruierte Historie am Römerberg. Nachteil dabei: Wohnungsnot und Mietwucher entstehen.

In den Jahren 1962/1963 fand der Dom-Römer-Wettbewerb statt. Da die Fläche zwischen Dom und Römerberg durch die Kriegszerstörung ungenutzt blieb, bzw. zum wilden Parken genutzt wurde, entwickelte die Stadt ein Programm, das die Bebauung dieser Fläche zum kulturellen und öffentlichen Zweck fördern sollte. Daraus entsteht das Historische Museum und das Technische Rathaus. 1978 beschließt die Stadtverordnetenversammlung, die Ostseite des Römerbergs mit 'Ostzeile' und 'Schwarzem Stern' historisch wieder aufzubauen.

Die funktionalistische Architektur setzt sich fort in historisierenden (Ostzeile, Römer-Ergänzungen), repräsentierenden (Schirn, Kunsthalle, U-Bahn-Station Römer) und postmodernen (Saalgassen-Häuser, Museum für moderne Kunst) Gebäuden. Trotz oder gerade weil diese Verschiedenartigkeit der Architekturauffassungen umgesetzt wird, entsteht der besondere Reiz einer erstaunlichen städtebaulichen Geschlossenheit. Auch das Museumsufer zeigt denselben Wandel auf. Das 'Erleben' tritt in den Vordergrund und verdrängt die funktionalistische Wahrhaftigkeit.

Frankfurt heute: Die Skyline

Im inneren Stadtgebiet Frankfurts bilden die Gebäudegruppen des Bankenviertels und der Messe eine weitere städtebauliche Dominante. Beide wachsen durch zahlreiche neue Bürogebäude zu einem Gesamtareal zusammen. Die traditionell durch Geld und Handel besetzten Stadtquartiere finden sich in der Bockenheimer Landstrasse, Gallus- und Taunusanlage, Neue Mainzer strasse und Ludwig Erhard-Anlage. Spektakuläre Neubauten entstanden und entstehen weiterhin an den westlich anschließenden Achsen und Arealen in der Hamburger Allee, Mainzer Landstrasse und am Bahnhofsgelände. Die Skyline in der City-West befindet sich in ständiger Veränderung und bildet sich immer stärker aus. Sie bildet das wirtschaftliche Herz der Stadt.

Anfang

Ernst May und das Neue Frankfurt 1925 –1930

Während der Amtszeit Ernst Mays als Leiter des Frankfurter Hochbauamtes wurden, neben zahlreichen öffentlichen Großbauten, über 15.000 Wohnungen von der Stadt Frankfurt selbst oder von Wohnungsbaugenossenschaften, zumeist in Trabantensiedlungen entlang dem Niddatal errichtet. Rationalisierung des Baubetriebs und Standardisierung der Wohnungsgrundrisse (Frankfurter Küche von Schütte-Lihotzky) ermöglichten die großzügige Durchführung von Großbaustellen und eine wirtschaftlich vertretbare Senkung des Mietpreises. Weniger erfolgreich war die Anwendung präfabrizierter Großtafeln aus einer städtischen Plattenfabrik bei späteren Siedlungen. Die immer konsequentere Rationalisierung und der Zwang zum Sparen führten zu immer schematischeren Zeilenbau-Siedlungen (z.B. Westhausen)

Siedlung Römerstadt

1927- 28
Architekten E. May, H. Boehm, W. Bangert (Planung); E. May, C. H. Rudloff, K. Blattner, G. Schaup, F. Schuster

Auf dem Gelände einer antiken römischen Siedlung erstreckt sich die Trabantenstadt mit 1.220 Wohnungen über ca. 1,5 km Länge entlang einer Anhöhe über dem Niddatal. Die Bebauung, teils Reihenhäuser mit tiefen Nutzgärten (Gartenarchitekt Leberecht Migge), teils Geschosswohnungsbauten, folgen in geschwungener strassenführung dem Höhenverlauf. Zum Niddatal sind bastionsartige Aussichtspunkte vorgeschoben. Die einzigen ausgeführten Infrastruktur - Einrichtungen sind ein Ladenzentrum an der Hadriansstrasse und eine Schule von Martin Elsässer (Im Burgfeld 1-13, 1928-1929, heute Geschwister-Scholl- Schule, erweitert 1992-1994 von Günter Behnisch + Partner).

Siedlung Bruchfeldstrasse ('Zickzackhausen')

Breubergstrasse
1926-27
Architekten E. May, H. Boehm, C. H. Rudloff

In den Jahren 1926-27 entstand die Siedlung Bruchfeldstrasse im Auftrag der 'AG für kleine Wohnungen'. Wegen ihres sägezahnartigen Grundrisses wird die Siedlung im Volksmund auch 'Zickzackhausen' genannt. Diese Anordnung der Hauszeilen dient zur optimalen Belichtung der Wohnungen. Zudem greift sie auf gestalterische Formen des Expressionismus zurück. Die Siedlung besteht aus Einfamilienreihenhäusern, in erster Linie aber aus dreigeschossigen Stockwerksbauten und einem mehrgeschossigen Zentralbau, der die östliche Schmalseite der Hauszeilen optisch dominiert und beschließt. Die Blocks enthalten in der Regel 6 Wohnungen und sind in Ziegelbauweise errichtet. Das Blockinnere zwischen Bruch-feld- und Breubergstrasse ist konsequent gärtnerisch gestaltet durch sägezahnförmige Hausgärten und Spielplätze.

Hellerhofsiedlung

Frankenallee 152-174a
1930-32
Architekt M.Stam

Die zwischen Frankenallee und Bahngleisen angelegte Siedlung mit 1.194 Wohnungen ist durch ein strassenkreuz in vier Quadranten geteilt. Zweigeschossige Kopfbauten schirmen die ost-west-orientierten Zeilen gegen die Frankenallee ab. Am Kreuzungspunkt der Hauptstrassen befinden sich zentrale Gemeinschaftseinrichtungen und Läden. Der dritte, nördliche Bauabschnitt wurde nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verändert wiederaufgebaut.

Nach den Plänen des Architekten Mart Stam entstand in den Jahren 1929-32 in mehreren Bauphasen die Hellerhofsiedlung. Die Siedlungsarbeiten wurden 1934-38 unter dem Architekten Karl Blattner fortgesetzt. Drei- bis viergeschossige Bauzeilen zwischen Frankenallee und Idsteiner strasse wurden durch bewusst niedrig gehaltene Quertrakte an der Frankenallee abgeschlossen. Diese zweigeschossigen zahnschnittartig gestalteten Bauten gehören zu den besten Ergebnissen des sozialen Wohnungsbaus im Stil des Bauhauses. Für die Hellerhofsiedlung kam, wie in Westhausen und in Praunheim, der Sonderfall des Laubengang- oder Außenganghauses zur Anwendung. Trotz der hohen sozialen und ökonomischen Erwartungen, die sich an diesen Bautypus knüpften, hat er sich in Frankfurt nicht durchsetzen können.

 

 

IG Farben Haus

Grüneburgplatz/ Fürstenbergerstrasse
1929-31; 1998-2001
Architekten H. Poelzig; Dissing + Weitling

Hans Poelzigs moderner Verwaltungsbau wurde als zentraler Firmensitz des Chemiekonzerns IG Farbenindustrie AG errichtet. Ein nach Süden konvex geschwungener Verwaltungstrakt verbindet sechs Querbauten, deren stützenfreie Konstruktion eine variable Einteilung für Großraum- und Einzelbüros ermöglicht. Die Symmetrieachse der 240 m breiten Anlage wird durch die Raumfolge des Eingangbereichs und den über Außentreppen erschlossenen Kasinobau im Norden akzentuiert. Hauptgebäude und Kasino sind in Stahlskelett-Konstruktion errichtet und mit Travertinplatten verkleidet. Trotz einzelner Formelemente des Neuen Bauens dominiert eine monumental-klassizistische Formensprache, die dem Architekten nachträglich den Vorwurf 'präfaschistischen Bauens' eintrug. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente dieser Verwaltungsbau als Verwaltungssitz der US-Streitkräfte in Deutschland. Heute befinden sich in diesem Gebäude, nach Sanierung und behutsamem Umbau (Architekten: Dissing + Weitling, Kopenhagen), geisteswissenschaftliche Fachbereiche der Universität Frankfurt.

 

Großmarkthalle

Sonnemannstrasse / Oskar von Miller-strasse
1927-28
Architekt M. Elsässer

Das Bauwerk von Martin Elsässer galt zur Entstehungszeit mit 250m x 50m Flächenausdehnung als größtes seiner Art. Das von der Bahn und vom Hafen direkt belieferte, zugleich zentrumsnahe Bauwerk von 250 m Länge wird zwischen zwei aussteifenden Kopfbauten (Verwaltung, Kühlhaus) von 15 Schalengewölben mit 7,5 cm Stärke bei 50 m Spannweite stützenfrei überdeckt. Die als Stahlbetonskelett erbauten Außenwände sind an den Längsseiten der Halle verglast, an den Kopfbauten mit Ziegeln ausgefacht. Zeitgleich mit der Halle wurden weitere An- und Nebenbauten (Importhalle, Wohntrakt) errichtet. Momentan wird die Nutzung des Geländes durch die Europäische Zentralbank diskutiert.

 

Technisches Verwaltungsgebäude der Hoechst AG

Brüningstrasse 64
1920-24
Architekt P. Behrens

Das Verwaltungsgebäude der Hoechst AG von Peter Behrens gehört zu den herausragenden Zeugnissen expressiver Architektur in Deutschland. Durch die Brüningstrasse von einem bereits bestehenden Bürohaus der Firma getrennt, sind zwei stumpfwinklig zueinander stehende, dem Strassenverlauf folgende Verwaltungstrakte an den dominierenden Mittelbau angegliedert. Neben dem Haupteingang steht der zum Firmensignet avancierte Uhrturm mit der parabelförmigen Verbindungsbrücke zum Altbau. Der Haupteingang führt zur zentralen, über alle Geschosse reichenden und von drei Glaskuppeln belichteten Pfeilerhalle aus farbigen, nach oben hin heller werdenden Ziegeln, mit fast sakralem Raumeindruck. Die Halle wurde in den achtziger Jahren restauriert.

Hauptbahnhof

1883-88, 1924
Architekt H. Eggert

Als 1. Preisträger eines Wettbewerbs, an dem sich auch Wallot, Mylius und Bluntschli beteiligten, errichtete der Preußische Baurat Hermann Eggert den Hauptbahnhof, der die verschiedenen Westbahnhöfe ablösen sollte und das größte Bauwerk seiner Art in Europa wurde. Die Gestaltung des Empfangsgebäudes lehnt sich vage an die zehn Jahre früher entstandene Infanteriekaserne in der Gutleutstrasse an. Eine zentrale Halle bildet zusammen mit turmartigen Eckgebäuden und den dazwischenliegenden Flachbauten eine prächtige Fassade gegen die Stadt. Die Perronhallen entstanden unter Baurat Schwedler aus Stahlbogenbindern und verglasten Stirnlunetten. Der Gesamtanlage wurden 1924 zwei weitere Gleishallen angegliedert.

Anfang

Museen

Kunsthalle Schirn

Am Römerberg
1983-85
Architekten D. Bangert, B. Jansen, S. Scholz, A. Schultes, Berlin

Die Schirn Kunsthalle entstand als eines der umstrittensten Projekte im Rahmen der Wiederbebauung des historischen Areals zwischen Römer und Dom. Der mächtige sandsteinverkleidete Bauriegel greift die historische Ost-West-Achse ( Dom-Römer ) auf. Kreissegment im Norden und südlicher Theatersaal definieren den altstädtischen Verkehrsweg in nord -südlicher Richtung. Die Idee der 'Durchdringung des Kreises' wird durch die Grundelemente der Galerie und des Rondells umgesetzt. Der erhöhte Rundbau mit äußerlich kaum sichtbarer Glaskuppel verstärkt die Schnittstelle. Dem Kreissegmentbau ist ein riesiger zweckfreier Betontisch vorgelagert. Der Bau beherbergt Ausstellungsräume, Jugendmusikschule, Cafe und Kunstbuchhandlung.

 

Museum für Moderne Kunst

Domstrasse/ Braubachstrasse
1987-91
Architekt H. Hollein, Wien

Dem Entwurf des österreichischen Architekten Hans Hollein liegt die Vorgabe eines langgestreckten dreieckigen Grundstücks zugrunde und der Wunsch des Bauherrn (Stadt Frankfurt) nach architektonischer Prägung dieser Stelle der Stadt, die durch Kriegszerstörungen und Wiederaufbau gesichtslos geworden war. Der als Solitär aufgefasste Baukörper umfasst im Grundriss das gesamte zur Verfügung stehende Areal. Das Museum ist axial um eine zentrale, von oben belichtete Halle angelegt. Die vom Eingang an der Südwestecke beginnende Haupterschließungsachse, vom Architekten 'by pass' genannt, bewirkt eine Störung der Symmetrie. Im Innern erschließt sich das Gebäude mit 3 Hauptgeschossen über die weite Halle und die diagonal durch den Bau gelegte Folge von Treppen und Stegen, die zu ungewöhnlichen Raumsituationen und Ausblicken hinführen. Spielerisch eingesetzte Applikationen und die zeichenhafte Anwendung archaisierender Würdeformen sind Elemente einer postmodernen, in ihrem künstlerischen Anspruch mit den Exponaten konkurrierenden Rauminszenierung. Die Materialien an der Außenhaut des Museums beziehen sich auf die Bausubstanz der Umgebung.

 

Museum für Angewandte Kunst/ Museum für Kunsthandwerk

Schaumainkai 17
1982-85
Architekt R. Meier, New York

Der Neubau des Museums durch Richard Meier ist Teil der übergreifenden Konzeption des Museumsufers. Er hatte daher die vorhandene Villa Metzler, den baumbestandenen Park und die Mainlandschaft zu berücksichtigen. Die Baugestalt entwickelt sich in Grundriss und Aufriss durch Aufnahme, Wiederholung und Multiplikation von Maßen und Maßstab der Villa Metzler. Das so gewonnene quadratische Gliederungsmuster setzt sich in den Parkanlagen, Passagen und Parkarchitekturen fort. Die Intellektualität des Entwurfs unterstreicht die weiße porzellan - emaillierte Metallpaneel - Fassade. Sie verleiht Leichtigkeit und Klarheit. Das Gebäude galt bei seiner Fertigstellung als Gestalt gewordenes Argument für die Lebensfähigkeit modernen Bauens, das ohne postmoderne Zusätze auskommt.

 

Deutsches Architektur Museum

Schaumainkai 43
1981-84
Architekt O. M. Ungers
www.dam-online.de

Die ursprüngliche neoklassizistische Villa war als Museumsbau ungeeignet, so dass der Bau völlig ausgekernt und mit einem neuen Innenausbau versehen wurde. Es entstand ein Haus im Haus, was den Architekten zur Fortsetzung des Vorgangs angeregt hat: In der Mitte des Gebäudes baute er realiter ein begehbares Haus im Haus. Erst die um die Villa neu entstandenen Bauteile, insbesondere der Lichthof, ermöglichen einen der Bedeutung des Deutschen Architektur Museums angemessenen Ausstellungsbetrieb. Der rote Sandstein der Erweiterungen an der Gebäudefront stellt zwar das ortsübliche Baumaterial dar, kontrastiert aber mit dem Grau der eigentlichen Villa.

 

Museum für Kommunikation/Deutsches Postmuseum

Schaumainkai 53
1984-90
Architekten G. Behnisch + Partner, B. Wichmann, M.-W. Kahl

Der von einer bestehenden Villa deutlich abgerückte, parallel zur seitlichen Grundstücksgrenze angelegte dreigeschossige Neubau enthält nur einen Teil der Exponate, deren Rest in zwei Ebenen unter dem Garten der Villa untergebracht ist. Beide Ausstellungsbereiche sind durch einen glasüberdachten Luftraum in Form eines schrägen Zylindersegments miteinander verbunden. Der überirdische Baukörper ist schlank und 'technisch' gestaltet, was den Interessen der Bundespost nach Selbstdarstellung im Sinne moderner Kommunikation entgegenkommt. Er ist in Farbe und Form auf die benachbarte Villa abgestimmt. Die Villa dient als Verwaltungsbereich.

 

Karmeliterkloster, Museum für Vor- und Frühgeschichte

Karmelitergasse 1
ab1246, 1424, 1460- 1523, 1955- 57, 1989
Architekten M. Gerthener, J. P. Kleihues

Nahe der ehemaligen Stadtmauer gründete der Bettelorden der Karmeliter ab 1246 eine Klosteranlage. Deren Kirche, ursprünglich nur von einer hölzernen Tonne überspannt, wurde ab 1424 unter Madern Gerthener spätgotisch erweitert. Nach den Kriegszerstörungen wurden die Konventsgebäude 1955-57 wieder aufgebaut, die einstige Geschlossenheit der Gesamtanlage stellt sich aber erst durch den langgestreckten Neubau des Architekten Josef Paul Kleihues ein. Der Neubau des Museums auf dem Gelände des ehemaligen Karmeliterklosters schließt die vorhandene Blockstruktur und stellt die Mainzer Gasse als strassenraum wieder her. Öffnungen in der natursteinverkleideten Fassade schaffen Durchblicke zu den historischen Klosterbauten. Zum Ausstellungsbereich gehört auch die spätgotische Klosterkirche, deren Langhaus mit einem neuen, formal gotischen Spitzbögen angenäherten Dachtragwerk aus geschnittenen Stahlblechen überspannt wird.

Anfang

 

Bauen in Frankfurt seit 1990: Die Skyline

Commerzbank

Taunustor, Kirchnerstrasse
1997
Architekten Sir Norman Foster + Partners

Das Gebäude gründet auf 111 Pfählen, die einen Durchmesser von 1,5-1,8 m haben und bis in eine Tiefe von 50 m reichen. Auf diesen befindet sich eine 1,5-2,0 m dicke Platte mit einer Kantenlänge von 60 m. Hierüber erhebt sich das Hochhaus in Stahlskelettbauweise bis zu einer Höhe von 259 m. Mit seiner Antenne erreicht das Gebäude eine gesamte Höhe von rund 300 m. Die Deckenlasten der Geschosse werden durch 8-geschossige Rahmen aufgenommen. Im gleichseitigen, dreieckigen Bau mit seinen Bogensegmenten befindet sich alle neun Stockwerke ein Wintergarten, der zum teilweisen Ersatz der Klimaanlage dienen soll. Die vorgehängte Fassade ist optisch traditionell gestaltet. Die Fenster sind zu öffnen, mit den avanciertesten Techniken, zweischalig zur Belüftung und Heizung ausgestattet.

 

Main Tower

Neue Mainzer Strasse 52
Architekten Schweger + Partner

Das Hochhaus sucht als Ausdruck für die Stadt und das Unternehmen soziale Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und den Menschen der Stadt. Mit einem innovativen Konzept und der Auflösung des Schaftes in Quadrat und Kreis als Dualität von Stadt- und Parkseite wurde 1991 der internationale Wettbewerb gewonnen. Die Ansprüche auf ein unverwechselbares Erscheinungsbild, langfristige Vermietbarkeit, geringe Betriebskosten und ökologische Aspekte werden erreicht unter dem Arbeitstitel 'Niedrigenergiehaus'.

 

Messeturm

Ludwig-Erhard-Anlage 1
1988-1991
Architekten H. Jahn, R. Murphy

In Nachbarschaft zur Messehalle1 und zur Festhalle erhebt sich das höchste Bürogebäude Europas, der Messeturm. In den Formen des Art Deco und mit den Mitteln der Technik soll der Turm für Wohlstand, Innovationsgeist und Kreativität stehen. Unter der Bauherrschaft von Tishman Speyer Properties ist der Messeturm 1988-91 entstanden. Durch Gleitbauweise wurde die Höhe von 256 m erreicht. Deutlich zu erkennen ist die klassische Aufteilung in Sockel, Turmschaft und Spitze. Aus dem quadratischen Sockel wächst der Turmschaft mit zunächst quadratischem Grundriss, dann mit eingezogenen Ecken. Der Zylinder des oberen Turmbereichs geht in die dreigeschossige Pyramide der Turmspitze über.

 

Japan-Center Bürohochhaus

Neue Mainzer Strasse / Taunustor 1-3
1993-1996
Architekten Ganz + Rolfes, Berlin

Mit nur 114 m Höhe und einer strengen Quadrat-Gliederung im Inneren und Äußeren kommt der Neubau des Japanischen Handelszentrums nicht nur der umgebenden Architektur / Gartenarchitektur entgegen, sondern weist auch Bezüge zur fernöstlichen Ästhetik auf: das Maß der Großform wie der Details leitet sich aus der Tatami-Matte mit einer Größe von 1,8 x 0,9 m ab. Die Strenge der Außenfront wird durch eine Dreiteilung des Turmschaftes in jeweils 6 Geschosse und einen leicht auskragenden Dachbereich gemildert. Die Dachregion enthält ein Restaurant mit kleinen intensiv bepflanzten japanischen Gärten. Diese werden auch im EG angelegt.

 

DG- Hochhaus 'Kronenhochhaus'

Mainzer Landstrasse 58
1990-93
Architekten Kohn Pedersen Fox, New York, mit W. Nägele, D. Hofmann, J. Tiedemann + Partner, Frankfurt am main


Einer der eigenwilligsten und intelligentesten Neubauten der 'Bankenklamm' ist das wegen seines auskragenden oberen Abschlusses 'Kronenhochhaus' genannte DG-Hochhaus. Es besteht aus einem horizontal ausgerichteten 8-12-geschossigen Gebäudeteil mit Ladezone und Wintergarten, der durch gestapelte und geschachtelte Bauteile die Architektur der Umgebung aufnimmt und sich in sie einpasst. Aus diesem 'Unterbau' wachsen zwei Schäfte, die durch einen schienenartigen Bauteil verklammert sind. Mit 50 Geschossen erreicht die Turmkonstruktion eine Höhe von 208 m. Der kapitellgleiche Kopf scheint den Himmel zu tragen. Der Entwurf wurde 1988 von der amerikanischen Zeitschrift 'Progressive Architecture' ausgezeichnet.

Weitere Informationen zu Frankfurt am Main finden sich unter den folgenden Adressen:
www.frankfurt.de
www.boomtown-frankfurt.de

 
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Bund Deutscher Architekten BDA im Lande Hessen e.V.
Braubachstrasse 10/12
D-60311 Frankfurt am Main
eMail: uia@bda-hessen.de

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